Presse  

20.11.2007 Lausitzer Rundschau

Gemeinnützige Organisationen und Unternehmen handeln auf Augenhöhe

«Gute Geschäfte» in Cottbus

Cottbus. Die «Alte Chemiefabrik» in der Parzellenstraße wird sich am Donnerstag, 22. November, für zwei Stunden in einen lebhaften Marktplatz verwandeln. Punkt 16 Uhr wird Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) als Schirmherr den 1. Marktplatz für «Gute Geschäfte» in Cottbus eröffnen.
Mehr als jeweils 30 gemeinnützige Organisationen und Unternehmen haben sich im Vorfeld dafür angemeldet. Sie sollen zwei Stunden miteinander handeln und Vereinbarungen treffen. Diese Abmachungen beziehen sich auf Engagement & Zeit, Know-how & Kompetenzen sowie Sachleistungen & Gelegenheiten. «Der Marktplatz ist eine gute Möglichkeit, Unternehmen mit gemeinnützigen Vereinen auf Augenhöhe zusammenzubringen und zur weiteren Zusammenarbeit anzuregen» , sagt Projektleiterin Karen Wichmann von der Cottbuser Freiwilligenagentur. Das soziale Engagement stehe im Vordergrund – die Frage nach Geld sei tabu.
Ansonsten wird wie auf einem richtigen Markt gehandelt – Angebot und Nachfrage bestimmen das Geschehen. «Wir können Bürostühle sowie einen Versammlungsraum für Vereinsfeiern anbieten» , sagt Antje Schrader, Pressesprecherin der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft «Stadt Cottbus» . «Als Gegenleistung suchen wir Vereine, die unsere Mieterfeste kulturell begleiten oder die Kinderbetreuung übernehmen.» Die Marktplatz-Idee findet das Unternehmen der Sprecherin zufolge «spannend» . «So lernen wir die Menschen persönlich kennen und können mit ihnen gemeinsam etwas bewegen.» Dies sei ein anderer Ansatz als das sonst übliche Sponsoring, wo es nur um einseitige Geldleistungen geht.
Auch die Envia-Service GmbH ist nach eigenen Angaben vom Marktplatz und der daraus resultierenden Vernetzung zwischen gemeinnützigen Vereinen und Unternehmen angetan. «Die Unterstützung dieses ehrenamtlichen Engagements verbindet nicht nur Menschen unserer Stadt, sondern fördert insbesondere auch den innovativen Gedanken in Cottbus» , sagt Marktplatz-Botschafterin und Envia-Mitarbeiterin Heike Weber. «Wir haben uns überlegt, dass wir Kinderbücher und Spielzeug einsammeln und anschließend dort verteilen, wo es dringend benötigt wird» , spezifiziert Heike Weber das Unternehmensangebot.
Daniel Bentner freut sich auf das Markttreiben am Donnerstag, macht sich aber noch Gedanken über seine Verhandlungsstrategie. «Zwei Stunden sind natürlich nicht viel Zeit», sagt der 28-jährige Inhaber des Catering -und Partyserviceunternehmens «Die Brotbüchse» . Seine kleine, vor zwei Jahren gegründete Firma will er künftig noch bekannter machen und sucht daher Hilfe im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. «Vielleicht finde ich jemanden, der mir Flyer drucken oder einfach Tipps geben kann, wie ich professioneller für mein Unternehmen werben soll.» Anzubieten hat Daniel Bentner das, was er am besten kann: Kalte und warme Speisen nach Wunsch.
«Schön wäre es, wenn nach Marktende jeder Verein mit mindestens einem Unternehmen eine Vereinbarung getroffen hat» , sagt Karen Wichmann von der Freiwilligenagentur. «Noch schöner wäre es, wenn sich daraus auch längerfristige Partnerschaften entwickeln würden.» Michél Havasi

 
 
 
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