Presse - 13.09.2007 Lausitzer Rundschau  


(Olivia Grudzinski und Lisa Grundke (v.l.) sammeln die Angebote der Workshop-Teilnehmer und pinnen diese an die Tafel. Am 22. November soll mit den Angeboten auf dem 1. Marktplatz erfolgreich gehandelt werden.

In einem Workshop wird nach Ideen für den 1. Marktplatz in Cottbus gesucht - Gute Geschäfte auf Augenhöhe

Punkt 16 Uhr wird Schirmherr OB Frank Szymanski (SPD) am 22. November auf den Gong schlagen und den Marktplatz eröffnen. Dann werden Unternehmer sowie Mitglieder von Vereinen und sozialen Einrichtungen durch die Alte Chemiefabrik in der Parzellenstraße umherwuseln und miteinander handeln. Getauscht werden kann alles, nur eins ist tabu: Geld. Nach zwei Stunden soll das Spektakel enden. Ziel des Marktplatzes ist es, dass sich die Akteure auf Augenhöhe begegnen und Produkte und Dienstleistungen miteinander tauschen. Doch bis es soweit ist, liegt noch jede Menge Arbeit an. Ein Projektteam unter Federführung von Karen Wichmann kümmert sich um die Vorbereitungen. «Die Idee für diese Veranstaltung ist uns im vorigen Jahr gekommen» , so Wichmann. «Wir hatten einen Marktplatz in den Niederlanden besucht und uns gedacht, dass wäre etwas für Cottbus.» Seitdem ist das Organisationsteam umtriebig dabei, Firmen für den Marktplatz zu akquirieren.

Anregende Gespräche
«Bislang haben sich elf Unternehmen und zwei Gemeinnützige angemeldet» , sagt Ramona Franze-Hartmann. «Wir möchten aber auch noch viel mehr Gemeinnützige auf dem Markt begrüßen» , ergänzt Wichmann. Aus diesem Grund hat die Freiwilligenagentur am vergangenen Dienstag zu einem Ideenworkshop ins Soziokulturelle Zentrum Cottbus eingeladen.

«Wir haben den Rekord gebrochen» , sagt Workshop-Moderatorin Olivia Grudzinski, während sie in die Runde blickt. Mehr als 20 engagierte Mitglieder aus Vereinen und sozialen Einrichtungen sind der Einladung der Freiwilligenagentur gefolgt.
«Ich habe leider noch keine Ahnung, was wir auf dem Marktplatz anbieten können und wie dieser überhaupt ablaufen soll» , sagt Viktoria Sawicki von der Caritas Kinder- und Jugendarbeit in Cottbus. Damit ist sie nicht die einzige in der Runde, der es so geht. «Kein Problem» , sagt Workshopleiterin Grudzinski. «Deshalb sind wir ja hier.» In kurzen Ausführungen erläutert sie, was Marktplatz überhaupt bedeutet und was dabei zu beachten ist. «Sie überlegen sich zuerst, was Sie benötigen und was Sie dafür geben würden» , erklärt Grudzinski. «Beispielsweise benötigt ein Unternehmen für eine Feier professionelle Kinderbetreuung, die Sie leisten können. Im Gegenzug hat die Firma etwas zu bieten, das Sie interessiert» , skizziert Grudzinski den möglichen Ablauf einer Verhandlung. Anschließend werde eine Vereinbarung getroffen, die sich entweder auf eine einmalige Unterstützung begrenzt oder sich auch zu einer längerfristigen Beziehung entwickele. «Um erfolgreich am Markt zu agieren, sollten Sie frech auf die Unternehmer zugehen und keine Scheu zeigen» , gibt Grudzinski einen wertvollen Tipp.


Nach soviel Informationen geht es ans Eingemachte – der Suche nach erfolgversprechenden Ideen. Dazu tauschen sich die Teilnehmer in Zweiergruppen miteinander aus. Der Geräuschpegel schwillt durch die vielen Gespräche merklich an. «Das ist ja schon fast wie auf dem Marktplatz» , sagt Grudzinski schmunzelnd. Anschließend werden die Ideen in der Runde vorgetragen. Freiwilligenagentur-Praktikantin Lisa Grundke notiert die Vorschläge und pinnt sie an die Tafel. «Ich könnte bei Unternehmensmitarbeitern die Erste-Hilfe Kenntnisse überprüfen» , sagt Roland Zimmermann. «Wir haben einen Raum mit Küche, den wir als Seminarraum zur Verfügung stellen» , äußert Solveig Weißköppel ihre Idee. Motivationsgespräche für ausgebrannte Mitarbeiter stehen auf der Angebotsliste von Dietmar Piesker ganz oben. Schnell füllt sich die Tafel mit den Offerten. Lisa Grundke kommt kaum mit dem Schreiben hinterher.

Bescheidene Wünsche
Doch so flott die Gemeinwohlorganisationen ihre Angebote unterbreiten, so schleppend läuft die Nachfrage, also das, was die Vereine selbst benötigen. Nur zögerlich und erst nach zweimaligem Nachfragen der Moderatorin lassen sich die Teilnehmer ihre bescheidenen Wünsche entlocken.
«Wir bräuchten jemand, der unsere Internetseite überarbeitet und betreut. Und vorallem auch regelmäßig aktualisiert» , sagt Antje Heinrich von der Lebenshilfe.

Der Internetauftritt sei für viele Vereine nur schwer zu bewältigen. Ein zustimmendes Nicken in der Runde zeigt, dass auch andere Vereine und Einrichtungen mit diesem Problem zu kämpfen haben. Nach Aussage von Caritas Mitarbeiterin Viktoria Sawicki sucht der Jugendtreff der Einrichtung noch jemanden, der sich mit Gartengestaltung auskennt. Das wäre sehr hilfreich für uns.
«Ich hoffe sehr, dass wir uns alle auf dem Marktplatz wiedersehen» , beschließt Ramona Franze-Hartmann den Workshop. «Und hoffentlich werden auch viele viele Wünsche erfüllt.»

Von Michél Havasi

 
 
 
eine Seite zurück ...  
 
Ein Projekt der Freiwilligenagentur Cottbus, des PARITÄTISCHEN und dem Jugendhilfe Cottbus e.V.